Forschungsverbund massiver Leichtbau

Abschlussveranstaltung des IGF-Forschungsverbundes „Massiver Leichtbau - Innovationsnetzwerk für Technologiefortschritt in Bauteil-, Prozess- und Werkstoff-Design für massivumgeformte Bauteile der Automobiltechnik“

Von links: Dr. Thomas Kathöfer, Werner Loscheider, Prof. Hans-Werner Zoch, Dr. Hans-Joachim Wieland bei der Abschlussveranstaltung des IGF-Forschungsverbundes „Massiver Leichtbau“

Nach mehr als drei Jahren intens­iver Forschung­sarbeit wurden am 11.10.2018 in Düs­sel­dorf bei der Forschungsver­ein­i­gung Stah­lan­wendung e. V. (FOSTA) die Ergeb­n­isse des IGF-Forschungs­ver­bundes „Massiver Leichtbau" in einer eintä­gigen Abschlussver­an­stal­tung unter Beteili­gung von Arbeits­ge­meinschaft indus­tri­eller Forschungsver­ein­i­gungen „Otto von Guericke“ e. V. (AiF), Köln, Bun­desmin­is­terium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Berlin, und Ver­tretern aus Indus­trie und Wis­senschaft sowie den einge­bundenen Forschungsver­ein­i­gungen präsen­tiert. In sechs Teil­pro­jekten haben Fors­cher­innen und Forscher aus zehn Insti­tuten neue Stahl- und Stahl­hy­bridlösungen für den Leichtbau im Fahr­werks- und Antriebsstrang erarbeitet. Werkstoffkonzepte und Fer­ti­gung­s­tech­niken für Hoch­leis­tung­szahnräder, gebaute Zahnräder aus Sch­miede­teilen mit unter­schied­lichen Stählen sowie aus tiefgezo­genen Blechen und Blech­paketen, neuartig konzipierte Kol­ben­bolzen, geschmiedete Radnaben in Hybrid­bau­weise waren Themen der Projekte. Wichtige Best­andteile der Arbeiten waren zudem die Betrach­tung des Lebenszyklus unter den Gesicht­spunkten Res­sourcenef­f­iz­ienz und CO2-Bilanz sowie die Ermittlung von Innov­a­tion­shemmn­issen bei der Umset­zung neuer Tech­no­lo­gien in die wirtschaft­liche Praxis.

In enger Zusammen­arbeit von Wis­senschaftler­innen und Wis­senschaftlern mit mehr als 60 Unternehmen aus den Projekt beg­leitenden Ausschüssen wurden die Unter­suchungen in vor­wettbe­w­erb­lichen Pro­jekten, gefördert im Programm der Indus­tri­ellen Gemeinsch­afts­forschung (IGF) des BMWi, durchge­führt. Organ­is­iert und getragen wurde der Forschungs­ver­bund durch vier Forschungsver­ein­i­gungen der AiF: Arbeits­ge­meinschaft Wärme­behand­lung und Werkstoff­technik e. V., Bremen (AWT), Forschungsver­ein­i­gung Antrieb­s­technik e.V., Frank­furt (FVA), Forschungs­gesell­schaft Stahlver­for­mung e.V., Hagen (FSV) und fed­er­führend FOSTA – Forschungsver­ein­i­gung Stah­lan­wendung e. V., Düs­sel­dorf.

Die wesent­lichen Ergeb­n­isse wurden in der Abschlussver­an­stal­tung rund 100 Teil­nehmern aus Indus­trie und Wis­senschaft präsen­tiert, und die Fors­cher­innen und Forscher standen für Diskus­sionen zur Ver­fü­gung. Eröffnet wurde die Ver­an­stal­tung nach der Begrüßung durch Herrn Dr. Wieland, Geschäfts­führer des FOSTA e. V. und durch Pro­fessor Zoch, IWT Bremen als Sprecher des Forschungs­ver­bundes mit Gruß­worten durch die Herren Min­is­teri­alrat Loscheider, Refer­atsleiter Bauwirtschaft, Res­sourcenef­f­iz­ienz und Leichtbau des BMWi, und Dr. Kathöfer, Haupt­geschäfts­führer der AiF e. V. Die Vor­stel­lung der Ergeb­n­isse erfolgte, mod­er­iert durch Prof. Zoch, durch die Bearbei­t­er­innen und Bearbeiter der ein­zelnen Teil­pro­jekte, ori­entiert an den unter­suchten Bauteilen.

Mit der Ver­an­stal­tung und den Anfang 2019 zur Ver­fü­gung stehenden Berichten zu den Teil­pro­jekten wird die Umset­zung der Ergeb­n­isse in die Indus­trie gefördert, um am Standort Deutsch­land in der Wertschöp­fung­s­kette die Unternehmen der Stahl­h­er­stel­lung, der Massivum­for­mung und deren Kunden zu stärken.

Der Forschungs­ver­bund „Massiver Leichtbau - Innov­a­tion­snet­zwerk für Tech­no­lo­gieforts­ch­ritt in Bauteil-, Prozess- und Werkstoff-Design für massivumge­formte Bauteile der Auto­mobil­technik“ ist 2015 entstanden aus dem Ideen­wettbe­werb "Leit­tech­no­lo­gien für KMU" des Bun­desmin­is­terium für Wirtschaft und Energie (BMWi), Berlin und der Arbeits­ge­meinschaft indus­tri­eller Forschungsver­ein­i­gungen (AiF), Köln. Ziel ist es, mithilfe neuer Stahl­werkstoffe sowie  Bauteilkon­struk­tionen und Fer­ti­gungs­meth­oden den Antriebsstrang von Auto­mobilen - vom Motor über das Getriebe bis zu den Rad­la­ger­ungen - noch leichter zu machen und trotzdem höchste Lebens­dauer­er­war­tungen zu erfüllen. An insgesamt 6 Teil­pro­jekten waren zehn Forschung­sein­rich­tungen aus fünf Bun­desländern beteiligt.

In dieser Abschlussver­an­stal­tung wurden die Ergeb­n­isse der IGF-Vorhaben

  • TP 1: Entwicklung von höch­st­festen Stählen für altern­ative Wärme­behand­lungen und für die Kalt­massivum­for­mung von Bauteilen im Kfz-Antriebsstrang ( P 1055 / IGF-Nr. 24 LN)
  • TP 2: Intel­li­genter Leichtbau durch Mehrkom­pon­en­ten­ver­fahren (P 1056 / IGF-Nr. 18189 N)
  • TP 3: Leichtbau durch gezielte Ein­stel­lung lokaler Bauteilei­genschaften mit opti­mierten Umform- und Zer­span­prozessen (P 1057 / IGF-Nr. 18225 N)
  • TP 4: Erweit­erung tech­no­lo­gis­cher Grenzen bei der Massivum­for­mung in unter­schied­lichen Tem­per­at­urbereichen (P 1058 / IGF-Nr. 18229 N)
  • TP 5: Innov­a­tion­stransfer, tech­nische Poten­zi­al­bew­er­tung und Lebenszyklusan­a­lyse (P 1059 / IGF-Nr. 25 LN)
  • TP 6: Unter­suchungen zum Ver­bund­schmieden unter­schied­licher art­fremder und art­gleicher Mater­ialkom­bin­a­tionen (P 1154 / IGF-Nr. 19040 N)

vorges­tellt. Weitere Inform­tionen zum Forschungs­ver­bund finden Sie hier.

Forschungss­tellen des Forschungs­ver­bundes waren:

  • Leibniz-Institut für Werkstof­fori­entierte Tech­no­lo­gien (IWT), Bremen (Feder­führung)
  • Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung (RWI), Essen
  • Leibniz Universität Hannover, Institut für Umform­technik und Umform­maschinen (IFUM)
  • RWTH Aachen, Institut für Eis­en­hüt­ten­kunde (IEHK)
  • RWTH Aachen, Institut für Kraft­fahrzeuge (ika)
  • Tech­nische Universität Dortmund, Institut für Spanende Fer­ti­gung (ISF)
  • Tech­nische Universität Dortmund, Institut für Umform­technik und Leichtbau (IUL)
  • Tech­nische Universität München, Lehr­stuhl für Umform­technik und Gießereiwesen (utg)
  • Tech­nische Universität München, Forschungss­telle für Zahnräder und Getriebebau (FZG)
  • Universität Stut­tgart, Institut für Umform­technik (IFU)

Die IGF-Vorhaben 24 LN, 25 LN, 18189 N, 18225 N, 18229 N, 19040 N der FOSTA zusammen mit AWT, FVA und FSV wurden über die AiF im Rahmen des Pro­gramms zur För­derung der Indus­tri­ellen Gemeinsch­afts­forschung (IGF) vom Bun­desmin­is­terium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bun­destages gefördert.

Alle Beteiligten danken für die För­derung sehr herzlich.