Stahlinstitut VDEh und FOSTA trauern um Dr.-Ing. Hans-Joachim Wieland

Das Stahlinstitut VDEh und die FOSTA – Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. trauern um Dr.-Ing. Hans-Joachim Wieland, der am 11.  September 2026 im Alter von 72 Jahren, wenige Tage vor seinem 73. Geburtstag, verstorben ist. Über viele Jahrzehnte hat er die Werkstofftechnik im VDEh und die Forschungslandschaft rund um den Werkstoff Stahl maßgeblich mitgestaltet.

Wer Hans-Joachim Wieland kannte, kannte auch sein außergewöhnliches Netzwerk. Seine Kontakte reichten von Fachleuten in den Stahlunternehmen und der stahlverarbeitenden Industrie bis weit hinein in Hochschulen und Forschungsinstitute. Dieses Netzwerk bestand für ihn jedoch nie nur aus Namen und Institutionen.

Wieland kannte die Menschen, brachte sie miteinander ins Gespräch und wusste, wer gemeinsam eine Idee voranbringen konnte. Genau darin lag eine seiner großen Stärken: Er war ein Brückenbauer zwischen Wissenschaft und Industrie.

1986 kam Hans-Joachim Wieland nach Studium, wissenschaftlicher Tätigkeit und Promotion an der RWTH Aachen zum Stahlinstitut VDEh. Die Werkstofftechnik wurde dort über viele Jahre zu seiner beruflichen Heimat. Ab 2005 leitete er den Fachbereich Werkstofftechnik/Prüftechnik im Stahlinstitut VDEh. Gleichzeitig übernahm er die Geschäftsführung der FOSTA – Forschungsvereinigung Stahlanwendung e. V. und wirkte damit über viele Jahre an zentraler Stelle sowohl für die werkstofftechnische Arbeit des VDEh als auch für die Forschungsaktivitäten der FOSTA.

In diesen Funktionen verstand er es, Forschungsfragen aus der industriellen Praxis aufzugreifen, die richtigen Partner zusammenzuführen und daraus gemeinsame Projekte entstehen zu lassen. Die enge Verzahnung von Stahlindustrie, stahlverarbeitender Industrie und Wissenschaft, die die werkstofftechnische Arbeit des VDEh und die Stahlanwendungsforschung der FOSTA bis heute auszeichnet, war ihm ein besonderes Anliegen. Zahlreiche Projekte der industriellen Gemeinschaftsforschung tragen seine Handschrift.

Ein besonderes Beispiel für diese Arbeit ist die International Conference on Steels in Cars and Trucks (SCT). Die internationale Fachkonferenz fand 2005 erstmals in Wiesbaden statt. Hans-Joachim Wieland hat die SCT maßgeblich mitentwickelt und über viele Jahre begleitet. Sie brachte Vertreter der Stahlindustrie, der Automobilhersteller, der Zulieferindustrie und der Wissenschaft zusammen und schuf damit genau jene Verbindung von Werkstoffentwicklung und praktischer Anwendung, für die auch seine Arbeit stand. Bis heute hat sich die SCT als internationales Forum für den Austausch über Stähle im Fahrzeugbau etabliert.

Dabei war Hans-Joachim Wieland niemand, der sich selbst in den Mittelpunkt stellte. Seine ruhige und besonnene Art machte ihn zu einem geschätzten Gesprächspartner und Ratgeber. Er hörte zu, wog ab und fand häufig einen Weg, unterschiedliche Interessen zusammenzubringen. Fachliche Kompetenz verband sich bei ihm mit Verlässlichkeit, Zugewandtheit und einem feinen Gespür für Menschen.

Das machte ihn nicht nur zu einem erfolgreichen Netzwerker, sondern auch zu einem außerordentlich geschätzten Kollegen und Weggefährten. Viele persönliche Verbindungen, die während seiner langen Tätigkeit für das Stahlinstitut VDEh und die FOSTA entstanden sind, reichten weit über das rein Berufliche hinaus. Mit Hans-Joachim Wieland verlieren das Stahlinstitut VDEh und die FOSTA einen Menschen, der sich über Jahrzehnte mit großer fachlicher Kompetenz und persönlichem Engagement für die Werkstofftechnik, die Gemeinschaftsforschung und die Anwendung des Werkstoffs Stahl eingesetzt hat. Vor allem aber verlieren beide Organisationen einen geschätzten Kollegen und Weggefährten. VDEh und FOSTA bedauern diesen Verlust sehr.

Wir werden Hans-Joachim Wieland in dankbarer Erinnerung behalten. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und seinen Angehörigen.

Weitere Informationen zum FOSTA e. V.

Front-End of Innovation for Steel-Application

  • Projektziele für den Werkstoff Stahl seit mehr als 50 Jahren
    • Wettbewerbsfähigkeit verbessern und sichern 
    • Verarbeitungstechniken optimieren 
    • neue Einsatzbereiche erschließen
    • Substitution von konkurrierenden Werkstoffen
    • Stahl in hybriden Konstruktionen (Multi-Material-Design mit Stahl)
  • Finanzierung durch stahlerzeugende und stahlverarbeitende Industrie
  • Gemeinnütziger, eingetragener Verein

Der FOSTA e.V. (früher Studiengesellschaft) wurde 1968 als eingetragener Verein gegründet und ist rechtlich selbständig sowie gemeinnützig. Der Zweck des Vereins zielt entsprechend seiner Satzung auf „… die Förderung der Allgemeinheit auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung, insbesondere der Anwendungstechnik von Eisen und Stahl“ ab.